Herz Bauch Bindung / Der Podcast für Dein Mama Mindset

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00:00:00: Viele Menschen sind da in so großen Zweifel-Prozessen.

00:00:02: So wie finde ich das jetzt raus?

00:00:03: Kann nicht es in die Messe, ist keine klassische Diagnose, die dargestellt wird.

00:00:07: Das ist immer ein Selbstwissen oder eine tiefe innere Wahrheit, auf die man vielleicht irgendwann stößt.

00:00:13: und für mich war das dann ein Stressthema in der Pubertät wo ich gemerkt habe, hier passieren lauter Dinge, die ich gar nicht stimmig finde.

00:00:20: Es kann auch okay sein und wenn Umfelder unterstützen sind geht's den Menschen so viel besser und das finde ich krass

00:00:24: übernimmt.

00:00:37: Hallo und herzlich willkommen bei Herzbauchbindung.

00:00:44: Ich bin Christina Daum, Mama von drei

00:00:47: Kindern,

00:00:47: Hebamme und psychologischer systemischer Coach.

00:00:51: Und ich bin hier für dich am Mikrofon weil ich mir den Auftrag gesetzt

00:00:58: habe

00:00:59: zu informieren, zu inspirieren dir Perspektivwechsel zu ermöglichen und nach draußen zu gehen um die Vielfalt, die Bundheit, die Offenheit und den Frieden in unserer Gesellschaft zu unterstützen.

00:01:17: Und da ich selbst recht unbedarft und unwissend zum heute erwähnten Thema bin habe ich mir E-Mail eingeladen.

00:01:27: E-mail ist eine, wie er sich selbst nennt, Transperson und arbeitet an einer Beratungsstelle für Trans- und Interberatung.

00:01:38: Ich habe Ihnen darum gebeten, Definition zu geben.

00:01:43: Zu den einzelnen Begriffen die mir doch recht ungeläufig sind.

00:01:46: Ich hab ihn gefragt wer Transperson in unserer Gesellschaft brauchen um sich in der Gesellschaft wohlzufühlen?

00:01:55: ich habe ihn gefragt welche Hürden trans Personen in unserer gesellschaft gestellt sind und Ich finde, es ist so ein umfassendes bereicherndes offenes aufklärendes Gespräch geworden und ich bin ihm so dankbar dass er hier sich dafür Zeit genommen hat.

00:02:16: Also lasst dich informieren!

00:02:19: Lasst dich vielleicht auch überraschen und mitnehmen und vielleicht auch ein Stückchen offen werden dafür wie unterschiedlich

00:02:30: wir

00:02:30: alle sind uns in unserer Unterschiedlichkeit anzunehmen und aufeinander

00:02:37: zuzugehen.

00:02:38: Los

00:02:39: geht's!

00:02:52: Herzlich willkommen im Podcast Interview, ich bin heute mit Emil im Gespräch und freue mich jetzt riesig ihn wieder zu sehen nach vier Monaten oder so und wir haben halt ein super spannendes Thema mitgebracht was ja Emil gerade selber gleich sagen

00:03:09: darf

00:03:10: Aber was ihn auch selbst betrifft und auch gleichzeitig sein Beruf fällt, ist also von daher habe ich hier einen absoluten Experten auf diesem Gebiet.

00:03:17: Ich übergebe dir gerne das Wort und du darfst dich mal vorstellen wer bist du wo bist du?

00:03:22: Und warum habe ich dich jetzt hier im Interview?

00:03:25: Hallo Christina!

00:03:26: Genau ich bin der Emil und ich bin mir gerade auch gar nicht ganz sicher was wir uns als Thema... Also ich weiß ungefähr worüber wir sprechen aber ich glaube im Großen und Ganzen hast so Geschlechtsidentitäten glaube Thema dir ausgesucht.

00:03:41: Und ich befasse mich in meiner Arbeit mit spezifischen Fällen und auch persönlich eben da auch mit dabei, also ich arbeite in der Transinterparatungsstelle und ich bin auch selber trans genau und befass mich damit den Themen also so einerseits wissenschaftlich aber andererseits halt auch natürlich privat und irgendwie meine Arbeit und kann dazu heute erzählen.

00:04:05: Ja danke!

00:04:07: Ja, ich habe gemerkt da wo wir uns kennengelernt haben.

00:04:09: Ich hoffe es ist okay wenn ich das einfach kurz sage bei der Heldenreise.

00:04:13: Ich hoffe dass hier auch nochmal irgendwann ein Podcast dazu kommen wird weil das hab' ich auch mit auf den Plan zur Helden Reise was zu aufzunehmen.

00:04:21: Habe ich dann mir selbst auch ganz viel Unsicherheiten wahrgenommen?

00:04:25: Weil jetzt gerade hier... Das klingt so doof aber ich bin ja irgendwie vom Land oder bin nicht in der Stadt unterwegs und habe einfach wenig Berührungspunkte mit Menschen, jeden Geschlecht die sich in ihrer eigene Identität vielleicht sozusagen nicht wohlgefühlt haben.

00:04:43: Sich anders entscheiden von dem klassischen Mannfrau andere Wege zu gehen.

00:04:53: und da hab ich einfach bei mir ganz viele Unsicherheiten wahrgenommen und deswegen habe ich dich jetzt ja auch eingeladen weil ich glaube da bin ich bestimmt auch nicht die Einzige gesellschaftlich bekannter wird und trotzdem, der war noch so viel Unwissenheit da ist.

00:05:09: Und deswegen hoffe ich dass wir das heute ein bisschen aus dem Weg räumen können und da ein bisschen

00:05:13: mehr

00:05:14: Wissen nach draußen

00:05:16: strahlen können die

00:05:17: Welt.

00:05:18: Ja voll!

00:05:18: Also ich glaube ich merke auch, dass es gesellschaftliche... Also die Präsenz irgendwie steigt, also wie das sichtbarer wird und gleichzeitig das Wissen aber nicht linear mitwächst.

00:05:27: Ich hab's gefühlt viele Menschen haben jetzt schon mal davon gehört oder haben irgendeine Meinung dazu aber ohne...häufig halt ohne Hintergrund.

00:05:34: Und das finde ich auch voll gut drüber zu sprechen und irgendwie auch darüber zu informieren.

00:05:38: Wenn du an irgendwelchen Stellen denkst es wäre gut einfach mal die großen Begriffe vielleicht zu erklären oder so dann sag auch gerne Bescheid bevor wir vielleicht über Konzepte sprechen.

00:05:47: Ja aber das wär vielleicht der gute Einstieg.

00:05:48: ja Wenn du möchtest, genau.

00:05:50: Dann starte doch da mal rein!

00:05:52: Was ist denn so

00:05:54: die

00:05:54: Begrifflichkeit, die für dich am wichtigsten oder diese vornherein am wichtigste

00:06:00: sind?

00:06:00: Ich glaube mir fallen so drei Begriffe eigentlich, die ich gerne erkläre und aus ein bisschen Abgrenze.

00:06:06: Genau, ich glaube einmal der Transbegriff also das Transgeschlechtlichkeit oder Trans sind so die Worte, die benutze.

00:06:14: Trans dann einfach als Adjektiv.

00:06:17: Das beschreibt Menschen bei denen Die Geschlechtsidentität oder die Geschlechtlichkeit, die mitgeteilt wurde bei der Geburt dann eben nicht dementspricht was Menschen selber erleben.

00:06:26: Es gibt Menschen, die das als Kinder schon so beschreiben können und benennen können.

00:06:29: es gibt Menschen die das in der Jugend üben.

00:06:32: Dann ausdrücken können für viele Menschen wird's ihnen mit Pubilitätsbeginn relevantes macht ja auch Sinn weil da eben Geschlechlichkeit plötzlich so eine Relevanz bekommt körperlich aber auch in was wo Rollenbilder uns betrifft.

00:06:43: Aber es gibt auch viele Menschen, Ich grenze davon gerne ab.

00:06:48: Ich arbeite, ich habe ja gesagt in der Transinterberatung, das heißt auch mit Interpersonen und es ist was, was häufig so ein bisschen verwechselt wird oder vermischt wird.

00:06:59: In manchen Bereichen sind die Lebensrealitäten auch ganz nah.

00:07:01: bei Intergeschlechtlichkeit erst mal eine körperliche Zustand, und zwar sind es Personen, bei denen körperlich nicht eindeutig irgendwie Geschlechtigkeit zugeschrieben werden kann.

00:07:13: Das passiert dann häufig in der Nacht der Geburt auch direkt oder im Kindesalter.

00:07:17: Wenn Genitalien zum Beispiel nicht eindeutig zuordnen bei Sinn, es gibt aber auch Formen von Intergeschlechtlichkeit die Chromosomen betreffen oder die Hormone und auch in liegende Organe Und das ist natürlich nicht immer Sachen die man gleich bemerkt.

00:07:30: Es würde man dann häufig auch im Pubertätstil merken wenn zB eine Periode nicht eintritt wie erwartet Stadien, also nicht so eintreten wie man es vielleicht erwartet hätte.

00:07:43: Also wenn andere Effekte kommen oder wenn Effekten komplett ausbleiben dann würde man da in die Diagnostik gehen und eine Intergeschlechtlichkeit feststellen.

00:07:51: Genau interpersonen sind aber nicht... Das hat mit dem Trans sein nichts zu tun.

00:07:55: Die können trans sein, viele Interpersonen auch.

00:07:57: wir sagen cis dazu.

00:07:59: Es bedeutet einfach eine Person bei der diese Basizuschreibung nach der Geburt und das tatsächliche Geschlechtserleben übereinstimmen.

00:08:05: ein bisschen zu beschreiben und interpersonen können auch cis-Person sein, genau.

00:08:15: Und vielleicht noch ein bisschen zugehörig zum transbegriff den Begriff der Nichtbinarität.

00:08:21: das sind Personen die quasi auch so eine Art Trans erleben haben also die sagen ich kann mich nicht wiederfinden oder nicht vollständig wiederfinden indem was mir zugeordert wurde bei der Geburt und ich kann sich aber in dem quasi binären anderen Geschlecht also beim Mann Frau auch nicht ganz oder nicht wieder finden.

00:08:38: Das wird manchmal mit Inter so verwechselt, dass Leute sagen eine Zwischensache und es ist aber auch ein Begriff der sich auf die Ebene von dem eigenen Erleben vor allem bezieht.

00:08:47: Und dann würde ich vielleicht noch einen großen Überbegriff definieren den ich sehr gerne mag, in dem man nicht gut definieren kann.

00:08:53: das ist ja Queerbegriff also Queer mit zwei E. Also das ist ein englischer Begriff und der war ursprünglich eine Beleidigung und bedeutet wenn man zuwörtlich übersetzt sowas wie Abnorm oder so unnormal oder so und wurde vor allem für schwule Männer verwendet.

00:09:09: Und das Begriff, der wieder angeeignet wurde, der dann quasi als Selbstbezeichnung benutzt würde und mittlerweile... Ich mag den sehr gern weil es ist ein sehr unscharfer Begriff und der beschreibt Lebensrealitäten die so außerhalb von einer Heteronormativität sind unter Zismalmativität und fast aber ganz viele Menschen, die manchmal eben ähnliche Dinge erleben und manchmal auch unterschiedliche.

00:09:32: Ich mag den sehr gerne, weil er es ein bisschen offen lässt und nicht so festnagelt.

00:09:36: Und ich finde das eigentlich ganz angenehm.

00:09:39: Trotzdem häufig wenn man zum Beispiel queere Menschen trifft als queere Person dann sind es häufig Menschen die manche eben manche Aspekte vom eigenen Leben vielleicht gut nachempfinden können.

00:09:50: Also du sagtest schon jetzt die Offenheit also Queer heißt für mich auch dass sind in der Regel offene Menschen Die sich vielleicht nicht irgendwo genau bei dieser Hetero Sexualität, hast du das eben genannt?

00:10:01: Also heterosexualität würde sich ja jetzt auf die quasi sexuelle Anziehung beziehen.

00:10:06: Zinsgeschlechtlichkeit oder Geschlechtlichkeit über die körperliche Geschlechlichkeit oder die soziale Geschlechterigkeit auch.

00:10:15: und Menschen, die da irgendwie aus dem Raster so ein bisschen rausfallen, sich da nicht wiederfinden, die bezeichnen sich häufig als queer.

00:10:21: Ja also queere Menschen würden sich als Queer bezeichnet.

00:10:24: wenn sie sagen Sie sind einfach ein bisschen anders in irgendeiner Form Anders ist schon eine Wertung, das will ich gar nicht reinbringen.

00:10:31: So will ich es nicht gleich setzen.

00:10:33: Aber so dass Sie sagen, das was jetzt über Jahrzehnte oder Jahrhunderte als da normal, vielleicht auch in unserer christlichen Denkweise also ich hatte gestern wieder einen Flyer in der Hand von einer christlichen Gemeinde die wirklich da nochmal sehr drauf eingegangen ist.

00:10:49: Es gibt den Mann und es gibt die Frau Die haben zusammen Kinder zu kriegen usw.

00:10:53: Also eigentlich alle die da sagen Da fühle ich mich nicht so zu Hause.

00:10:59: Werder queer!

00:11:00: Also vielleicht Menschen, die da nicht... Ich glaube wenn man aufwächst in der Gesellschaft dann kriegt man ja mit.

00:11:05: was wird quasi von mir erwartet und wann müsste ich das markieren dass bei mir anders ist?

00:11:10: Und zum Beispiel wenn ich heterosexuell wäre, müsste ich ja das nicht sagen.

00:11:14: Das würden eh alle Menschen erwarten, da wär jetzt auch niemand schockiert Wenn ich als Mann eine Frau mit nachhause bringen würde.

00:11:19: niemand sagen oh Gott das hättest du uns aber vorher mal sagen sollen.

00:11:22: oder da würde auch niemand sagen ist aber nicht das, was wir erwartet haben.

00:11:25: Und so ist es auch mit der Transgeschlechtlichkeit.

00:11:27: Das ist jetzt die Form von Erleben, die in unserer Gesellschaft nicht die erwartete ist und dass dann auch das was vielleicht Quires erleben ist also dieses Nicht-der-Normen, der gesellschaftlichen Normentsprechende.

00:11:38: Ich wollte auch noch kurz ergänzen ich bin zum Beispiel auch selber Christ.

00:11:40: Also ich würde sagen, das sind keine christlichen Werte zwangsläufig sondern das sind vielleicht auch einfach ein bisschen konservative Werte wenn sich Gemeinden entscheiden solche Publicity zu machen.

00:11:50: ja

00:11:52: Ja, ich muss jetzt ja zusagen.

00:11:53: Das war auch... Ich weiß nicht in welche Richtung das ging.

00:11:55: Es war eine Veranstaltung bei uns in der Stadt die dort gesungen haben und Flyer verteilt haben usw.

00:12:03: Und ich glaube es geht schon sehr krass und konservativ.

00:12:09: Also das war jetzt kein Flyer von der katholischen evangelischen Kirche.

00:12:13: Ja,

00:12:14: das hätte mich auch verwundert!

00:12:17: Ich habe versucht auch meinem Sohn anhand der Sache zu erklären was ist seine Sektion und was nicht.

00:12:21: also ich glaube es ist schon sehr was in die Richtung ging.

00:12:24: Aus meinem Erleben bin ich jetzt hier jetzt auch gerade dass es kein wissenschaftlicher Podcast und einfach nur das was sich an meinen Erfahrungen oder an meinen Eindrücken jetzt bestätigt

00:12:34: hat.

00:12:35: Hat es für dich Sinn gemacht?

00:12:36: Oder hast du an irgendwelchen Stellen Sagst du, ich verstehe dir noch nicht so ganz was mit den Begriffen meins.

00:12:41: Doch auf jeden Fall!

00:12:42: Also ich fand das hast du sehr schön am Punkt gebracht dass es halt um das eigene Erleben geht und das Transfizialität hat.

00:12:47: das ist, dass man sich nicht in dem Körper so klassisch verortet, mit der man auf die Welt gekommen ist und das aber unter Queer jetzt zum Beispiel auch einfach wenn man sich gleich geschlechtlich angezogen fühlt oder weil man offen dafür ist welches Geschlecht einen jetzt anzieht.

00:13:06: Das gehört auch unter Queer und das muss noch nicht bedeuten, dass man sich in dem Körper weiblich fühlt wenn man ein weiblichen Körper hat oder anderswo.

00:13:15: Ich würde

00:13:16: vielleicht an zwei Stellen noch was verschieben oder korrigieren.

00:13:21: Und zwar einmal hast du Transsexualität gerade genutzt als Begriff?

00:13:24: Das ist ein ziemlich alter Begriff den wir, also wir, den viele Transpersonen glaube ich lieber nicht benutzen.

00:13:30: Es gibt gerade ältere Transpersonen die manchmal noch weitest... ursprünglich natürlich auch einfach ein wichtiger Begriff war und auch eine der ersten Begriffe, die für dieses Erleben da waren.

00:13:38: Und Menschen geholfen hat eben zu beschreiben auf was sie erleben.

00:13:43: Also eigentlich hat das Trans-Erlebnisse nicht mit der Sexualität zu tun und deshalb nutzen wir lieber sowas wie Transgeschlechtlichkeit um so bisschen klarzumachen es geht nicht um die Sexualität sondern es geht um die Geschlechtigkeit.

00:13:51: also ich glaube so klassischerweise wenn man so ein bisschen versucht zu begreifen welche Gruppen könnten sich denn unter viel Begriff wiederfinden sind's eben viel so lesbische Personen Schulemenschen Bi-Personen transinternichtbinäre Menschen, es gibt asexuelle Menschen die auf jeden Fall wir auch dazu zählen oder sich da auch selber zugehörig fühlen.

00:14:11: Und gleichzeitig gibt's natürlich... Es hat auch eine politische Ebene der Begriff.

00:14:14: also zum Beispiel ich denke jetzt ganz aktuell zum Beispiel an so Jens Spahn, der sagt ah Ich bin nicht queer, ich bin schwul.

00:14:19: Also es gibt auch quasi Menschen die sagen ah mir ich nehme mich bewusst raus und ich höre vielleicht theoretisch zu der Gruppe aber mir sind diese Werte zum Beispiel.

00:14:28: also ich glaube es gibt doch schon auch Werte die dahinter stehen von der Offenheit für eine Vielfältigkeit und vielleicht auch Diversitäts, also bewussten oder so diversitätssensiblen Umgang.

00:14:38: Und natürlich gibt es auch Menschen die sich da rausnehmen.

00:14:40: Oh ja!

00:14:41: Das ist nochmal ein ganz wichtiger Aspekt finde ich.

00:14:43: Also sozusagen fühle ich mich jetzt wirklich queer irgendwie in gewisser Weise zu Hause in der Offennheit, wir sind eine Gemeinschaft, die anders sein dürfen, anders als ein Anführungszeichen.

00:14:55: Das ist genau das.

00:14:58: Ich habe das Gefühl, ich lauße auf Eiern, weil ich mich so unsicher fühle damit.

00:15:02: Aber ich finde es darf ja alles sein und andershin insofern das halt sowie vorher erwartet.

00:15:09: Also wie das so in unserer bisherigen Gesellschaft immer so klassisch zu erwarten war oder was wir erwartet wurde.

00:15:17: Dass da die Offenheit wenn jemand sagt, ich bin queer im Grunde da ist dass auch andere Menschen Nur diese Erfahrungen gemacht haben eigentlich ja jemand anderes, was von mir erwartet.

00:15:27: Was er bald in irgendeine Richtung geht, der auch offen lässt und jeden Menschen so sein lässt wie er ist.

00:15:35: Kannst du mal sagen?

00:15:35: Okay!

00:15:38: Was ist denn jetzt aus deiner Erfahrung.

00:15:39: also wenn du das möchtest oder wäre, wenn du deine Geschichte teilst.

00:15:44: es ist glaube ich sehr

00:15:45: spannend

00:15:46: und sehr wertvoll

00:15:48: welche Erfahrungen du gemacht hast.

00:15:49: Kann ich gerne machen.

00:15:51: Also vielleicht um mich selber zu verorten, ich bin siebenundzwanzig Jahre alt.

00:15:54: Das sehen ja deine hörenden Personen gar nicht.

00:15:57: Das heißt meine Geschichte geht eben bis jetzt, bis ich sieben und zwanzig bin.

00:16:01: Genau für mich ist glaube ich da relevant so ein bisschen wie ich aufgewachsen bin.

00:16:05: also ich bin da in einem sehr offenen Elternhaus groß geworden wo geschlechter Rollen nicht so eine große Rolle gespielt haben.

00:16:11: es war für mich sehr dankbar.

00:16:13: Ich habe Schwestern und ich hab auch einen Bruder und das war klar wir lernen... So geschlecht spezifische Dinge, die nur manche von uns lernen.

00:16:21: Also wir haben irgendwie alle kochen gelernt und wir haben auch alles so werkeln gelernt eine Bohrmaschine zu halten Sachen zu reparieren.

00:16:29: also da waren wir sehr freien.

00:16:32: Wir durften zum Beispiel alle anziehen was wir wollten Die Haare so tragen wir wollen Und ich glaube das war für mich als Kind auch als queeres kind Sehr dankbar.

00:16:40: Da bin ich irgendwie ein wenig in meiner Familie ein wenig Grenzen geraten.

00:16:46: Ich bin natürlich trotzdem in der Gesellschaft aufgewachsen und auch eher in so einem, also ich sag immer dörflich aber es stimmt nicht im kleinstädtischen Kontext wo das schon aber auch gar nicht so gewollt war oder wo das immer auf jeden Fall auch markiert wurde als dass ist irgendwie unnormal oder anders.

00:16:59: Und ich habe dann schon irgendwann gemerkt, ah ich kann zwar so meine Haare zum Beispiel kurzt tragen oder ich kann einen Anführungszeichen Jungs klamotten, ich würde sagen Klamottern haben jetzt an sich erstmal kein Geschlecht Tragen und ich krieg aber dann schon auch Reaktionen.

00:17:12: Spätestens in der Schule habe ich gemerkt, wo das ist nichts, wo Leute einfach alles so super entspannt sind wie meine Familie, sondern wo Menschen mit Haartern oder irritiert sind, obwohl auch negative Reaktion kommen, wo ich auf viele negative Rektionen gesammelt hab.

00:17:26: Weil ich aufgetreten bin, viel wie ein kleiner Junge.

00:17:30: Also für Menschen die bisher noch nicht ganz verfolgen konnten... Ich bin eben geboren und meinen Eltern wurden damit geteilt, sie haben eine Tochter Und so bin ich eben auch in dem Wissen und mit einem Mädchennamen aufgewachsen.

00:17:41: Für mich war relativ schnell klar, das stimmt nicht so ganz oder es spricht nicht mehr mein Leben.

00:17:48: Ich habe damals ein bisschen versucht wie kann ich das für mich platzieren?

00:17:51: Als Kind habe ich da viel meine Freiräume gefunden.

00:17:53: Als Kind wenn man da etwas in Ruhe gelassen wird passt es häufig.

00:17:57: Und für mich war das dann auf jeden Fall ein Stressthema in der Pubertät wo ich gemerkt habe wo je jetzt passieren lauter Dinge die ich gar nicht stimmig finde.

00:18:04: gleichzeitig war das aber noch zu einer Zeit muss schon nochmal deutlich unsichtbarer war als heute.

00:18:09: Also ich glaube, wenn man will kann man sich irgendwie informieren und kann da viele Informationen auch dazu finden.

00:18:14: nicht nur gute Informationen würde ich sagen.

00:18:16: also Ich arbeite jetzt ja in einer Transberatungsstelle, Transinter-Beratungsstellen und bin nicht nur glücklich wenn Leute da wild durchs Internet sich klicken weil es eben auch Inhaltige gibt die einfach fehlerhaft sind oder die sehr ideologisch geprägt sind.

00:18:31: Aber ich hatte auf jeden Fall diesen Zugang einfach gar nicht.

00:18:32: Ich wusste irgendwie mein Erleben nicht, ich wusste nicht dass andere Menschen auch so erleben, ich wüsste nur das ich so erlebe und habe dann für mich beschlossen... ...ich kann es jetzt nicht so richtig thematisieren sondern ich mache einfach irgendwie was sich sinnvoll anfühlt.

00:18:43: Ich hab mich dann in Zeitlagen noch somit lesbischen Frauen viel identifizieren können weil ich fühlte die sind sehr frei indem wir sie ihre Geschlechtlichkeit ausdrücken wie sie sich auch präsentieren.

00:18:51: Das ist natürlich jetzt sehr pauschalisierend.

00:18:52: aber es war also um zwei tausend zehn oder so.

00:18:55: da war wenig queere Sichtbarkeit gegeben.

00:18:59: Ich glaube, dass sich an der Wille sich geoutet hat und es waren riesen Dinge.

00:19:03: Das kann ich mir heute gar nicht mehr vorstellen, dass das dann so ein Riesenthema wird, wenn sich eine Person als lesbisch z.B.

00:19:08: outt.

00:19:09: Und habe in meiner Jugend irgendwann auch herausgefunden, dass es dieses Transitransthema irgendwie gibt und dass meine Erlebnisse nicht die einzige Person auf der Welt sind, die das so erlebt.

00:19:19: Sondern schon auch andere Menschen.

00:19:20: aber es war unvorstellbar da jetzt einen Coming-Out für mich zu haben.

00:19:23: Also ein Coming Out bedeutet, dass man quasi andere Menschen mit ins Boot holt, dass sie mithalten vielleicht auch irgendwelche Wünsche äußert was man sich wünscht, was sich vielleicht verändert.

00:19:31: Also in der Ansprache oder so und ich habe damals für mich beschlossen das ist jetzt nicht so gut zu platzieren.

00:19:37: Ich werde jetzt erst mal so weitermachen und irgendwie gucken dass ich aus dieser kleinen Stadt auch rauskomme Und hab mir schon immer wieder so Gedanken gemacht wie so ah wie würde ich denn heißen wenn ich mir jetzt einen eigenen Namen suchen würde?

00:19:45: und sowas hatte da auch schon verschiedenste Ideen.

00:19:48: Die hat auch immer wieder sich gewandelt haben bin dann eben weggezogen irgendwann als ich erwachsen war und habe dann in dem Rahmen von meinem Studium dann auch eine Transition begonnen.

00:19:57: also die Transition bedeutet sich bewegen auf irgendeiner Art zu den Dingen, die sich Dimmiger anfühlen und Dinge verändern.

00:20:03: Das können ganz unterschiedliche Sachen sein von Person zu Person.

00:20:07: Manche Menschen haben vor allem so soziale Bedürfnisse also sowas wie Name oder Ansprache.

00:20:12: Es gibt so äußerliche Dinge, die man aber selber verändern kann.

00:20:15: Sowas wie eine Frisur oder wie man sich anzieht oder niemand auch mit Sport zum Beispiel im Körper formt ob man Körperhaare behält oder ob man sie entfernt.

00:20:23: und dann gibt es auch medizinische Schritte.

00:20:26: Also die klassischen Schritte sind eben potenziellen Hormontherapien, die möglich sind.

00:20:30: Und manchmal auch operatives Schritte.

00:20:33: und dann zuletzt gibt es eben auch so juristische Schritte, die man gehen kann.

00:20:36: also man hat ja in Deutschland einen Personenstand der festgeschrieben ist in der Geburtsturkunde und eine Namen.

00:20:40: und diese Dinge kann man potentiell verändern.

00:20:43: und das alles kann man so unter Transition zusammenfassen.

00:20:46: und welche Person aber da quasi was für sich auswählt?

00:20:50: Das is... subjektiv, also hängt einfach vom eigenen Bedürfnis ab auch von dem eigenen Leiden oft.

00:20:55: Also ob Menschen merken mit manchen Dingen fühlen sie sich einfach extrem unwohl und können da nicht mit umgehen oder müssen das verändern um es sich wohl zu fühlen.

00:21:02: Was ich auch in meiner Beratungsstelle zum Beispiel als Grenze gesetzt habe ist ich rede nicht so gern über operative Eingriffe.

00:21:08: Ich rede gerne über die aus einer professionellen Perspektive aber ich mag nicht so erzählen über meinen eigenen Körper.

00:21:13: Ich hab was man aber zum Beispiel hört und was für mich auch okay ist darüber zu sprechen dass ich eine Hormontherapie mache.

00:21:20: Genau, ich habe auch meinen Namen geändert und mein Person stand.

00:21:23: Ich habe das damals noch, es hat sich vor zwei Jahren diese gesetzliche Lage stark verändert.

00:21:27: Ich hab das noch über das alte Gesetz gemacht, das transsexuellen Gesetz was bis vor eben zwei Jahren in Kraft war.

00:21:33: Das heißt dass man damals gerichtlich den Namen ändern musste.

00:21:36: Das heisst man hat tatsächlich beim Amtsgericht einen Antrag gestellt dann musste man zu verschiedenen Gutachterinnen sich da begutachten lassen aber das fand ich ziemlich invasiv und unangenehm.

00:21:46: Es war extrem teuer.

00:21:47: Man musste den ganzen Prozess selber zahlen.

00:21:49: Das habe ich noch gemacht.

00:21:50: Genau, das sind so ein bisschen die Rahmen-Sachen.

00:21:53: und dann für mich war aber tatsächlich das Pregnste in der Zeit ja der soziale, das ganze Soziale.

00:21:56: also was sagen meine Freundinnen dazu?

00:21:58: Was sagen meine Eltern dazu?

00:21:59: Meine Familie?

00:22:01: Wie navigiert es sich auch mit so... In dieser Veränderungsphase Also heute wenn ich jetzt in der Welt rumlaufe, nehmen Menschen mich einfach als Mann war.

00:22:08: Aber es gibt oft auch so eine Ambige Phase wo Leute nicht so sicher sind.

00:22:14: Wie ist es als Person durch die Welt zu gehen, die Menschen so uneindeutig wahrnehmen und irritieren?

00:22:18: Ich glaube heute habe ich mich vielleicht auch selbstbestimmt wieder zu einer Uneinteutigkeit mehr hin bewegt.

00:22:22: Also ich hab das Gefühl, ich habe ein sehr androgynes Auftreten aber dass es heute einen selbst gewähltes... Das war eine Zeit lang aber auch einen fremdbestimmtes und das war auch schon belastend häufig oder anstrengend.

00:22:33: Aus deiner Erfahrung gab's da schon viele Hürden und Herausforderungen in der Erfindungsphase oder andersherum vielleicht auch wenn du jetzt sagst, ich möchte nicht persönlich darüber sprechen kannst du vielleicht einfach kurz mal aufzeigen welche Herausforderungen da auf junge Menschen zukommen können.

00:22:51: Oder manchmal sind sie ja auch nicht junge Menschen das sind ja manche Menschen wollen es ja auch vielleicht lange Jahrzehnte nicht wahrhaben lassen und gehen dann den Weg.

00:23:00: Also tatsächlich ich sage das Leuten in der Beratung immer bei alle Leute denken Sie sind zu alt um noch anzufangen.

00:23:07: Ich habe Leute zwischen zwei und achtzig Jahren schon bei mir gehabt.

00:23:10: Natürlich sind die zwei in der Begleitung von Eltern, aber es gibt ganz unterschiedliche Momente wo das biografisch auch relevant oder greifbar wird.

00:23:21: Von Herausforderungen kann ich persönlich erzählen.

00:23:23: Es gibt Herausforderungen, die eher soziale sind und dann gibt's Hürden im System an sozialen Herausforderungen.

00:23:32: Das ist natürlich einmal so eine, was du meintest in einer Erfindungsphase.

00:23:35: Erst mal diese ganzen Fragen, dass man sich sagt, oh Gott, ist das wirklich so?

00:23:38: Habe ich da recht oder ist es eigentlich etwas anderes, was sich nur nicht richtig deuten kann?

00:23:42: Also viele Menschen sind da in so großen Zweifelprozessen.

00:23:45: So wie finde ich das jetzt raus?

00:23:46: Kann ich das irgendwie messen?

00:23:47: Es ist keine klassische Diagnose die dargestellt wird.

00:23:50: Ich sage immer so einen Selbstwissen oder so eine tiefe innere Wahrheit, auf die man halt vielleicht irgendwann stößt oder wo man so eine Unstimmigkeit bemerkt und wo man dann versuchen kann irgendwie frei zu legen.

00:24:01: Und es ist häufig ein sehr stressiger Prozess, weil man natürlich wird irgendwie einfacher.

00:24:04: Man wäre nicht so und dann ist das ganz viel abwägen.

00:24:07: Ist es jetzt so?

00:24:07: Ist es nicht so?

00:24:09: Wenn es jetzt was bedeutet, dass dann mögen mich die Leute noch mit denen ich mich umgebe... Was hat das für Konsequenzen?

00:24:14: Also es ist oft ein sehr großer einfach mental load also Sachen, die im Kopf sich auch noch abspielen und Stress und es passiert ja nicht in einem luftleeren Raum sondern zum Beispiel im Studium.

00:24:25: Man wohnt irgendwo, ich hab damals mit dreißig Leuten zusammen gewohnt in einem WG als bei mir das Thema wurde.

00:24:30: Das heißt auch direkt die Resonanz von dreißzig Leuten auf alle Sachen, die ich gemacht habe bekommen.

00:24:36: Dann fragen Menschen sich natürlich so Dinge wie wird meine Familie reagieren?

00:24:40: Da kann man vielleicht ein bisschen einordnen, wie waren sie bisher drauf oder wie stehen die zu solchen Themen?

00:24:45: haben die schon mal was dazu gesagt?

00:24:46: und trotzdem also ich wusste ja irgendwie meine Familie würde da jetzt nicht ideologisch dagegen sein oder so.

00:24:51: Und trotzdem war ich total verunsichert, weil es eine Sache ist, die man einmal sagt und dann ist sie irgendwie draußen in der Welt und wenn Leute ablehnen und blöd reagieren, dann ist natürlich... Dann bricht erst mal ganz viel weg oder dann verunsicher das doll!

00:25:05: Mir war schon auch bewusst dass in meinem Leben meiner Eltern zum Beispiel keine andere Transpersonen so sichtbar ist als ich hatte einfach keinen... Das war mein erster Versuch oder so das erste Mal, die damit auch so ein Berührung zu bringen außer vielleicht halt mal in einem Film.

00:25:22: Ich erinnere mich noch, das war eine emotional extrem anstrengende Zeit von diesen ganzen Prozessen auch zu halten und diese ganzen Emotionen und Sorgen irgendwie zu halten bis man da mal Leute mit ins Boot genommen hat.

00:25:33: Ich habe mich nicht als erstes bei meiner Familie sondern weil Menschen mit denen ich befreundet bin geoutet.

00:25:38: Das war für mich eine gute Reihenfolge quasi zu wissen.

00:25:40: Ich hab hier so ein Netz von Leuten die erstmal da sind, die ja auch da wären.

00:25:44: würde jetzt meine Familie Duff reagieren oder so Die mich da unterstützt in dem Prozess Und von jeder, also ich hab das Gefühl es wurde von Person zu Person einfacher.

00:25:53: Nochmal mit... Also ich würd sagen, es wurde immer einfacher und dann als bei meiner Familie wurde es nochmal total aufregend.

00:26:00: Weil man hat halt auch eine Familie und wenn die doof reagiert, dann hat da die eine Familie, die man hat doof reagiert.

00:26:04: Das ist... Ich find' wenn man jetzt merkt okay irgendwie mein... Dann an meinen Gitarrenlehrer reagiert blöd, dann suche ich mir halt einen anderen Gitarrelehre.

00:26:10: aber so leicht ist das jetzt ja nicht mit der Familie.

00:26:14: Hattest du denn insgesamt das Gefühl, dass sich dein soziales Umfeld geändert hat?

00:26:19: Also gerade deine Freunde nachdem du dich geoutet hast.

00:26:22: In meinem Fall nein oder wenig.

00:26:25: aber es hat auch mit meinen Freunden zu tun also den Menschen mit denen ich mich so umgeben habe.

00:26:29: Ich hab davor... also für mich war das Trans Outing nicht mein erstes queeres Outing.

00:26:33: Ich hatte ja eben wie gesagt schon mal lesbisches Outing und dann habe ich mich auch ohne mich klarer zu definieren einfach viel in so queeren Kreisen bewegt und hatte einfach viele Menschen im Umfeld die entweder sich selber als Queer verstehen oder auf jeden Fall da sehr akzeptierend sind.

00:26:45: Und dadurch ist für mich sehr wenig Veränderung passiert, ich hab über so verschiedene zum Beispiel Selbsthilfe, Kontext und so dann einfach noch mehr Trans-Leute kennengelernt.

00:26:52: mittlerweile habe ich viele Trans-Personen in meinem Umfeld.

00:26:55: das ist schon auch mit dem Coming Out einhergegangen aber es ist jetzt niemand deswegen weg gebrochen und ich muss aber dazu sagen dass es nicht die Erfahrung die alle Menschen macht.

00:27:03: Ich hatte quasi insofern Glück als dass ich mich schon in einem sehr akzeptierenden Umfeld bewegt habe.

00:27:08: Es gibt aber durchaus Menschen die von ihren Familien beispielsweise verstoßen werden wo gesagt wird, wir sprechen kein Wort mehr mit dir oder wo die Freundeskreise sagen so wollen wir dich nicht.

00:27:17: Oder Menschen, die auch selber merken euch war irgendwie sehr unehrlich mit mir selbst und ich habe mich mit Menschen umgeben, die da irgendwie auch gar nicht dementsprechend was ich eigentlich wichtig finde.

00:27:27: Und ich glaube bei mir war das ja schon ein sehr spezifisch Outing, was die Transgeschlechtlichkeit betrifft.

00:27:33: aber es gibt auch Menschen die sagen so boah ich merke dem zugeaucht dass sich in ganz vielen Lebensbereichen une ehrlich mit mir war also dass ich vielleicht meinen Job eigentlich total du finde oder dass ich irgendwie diese fünf Freunde, mit denen ich mich immer sonntags zum Fußball gucken finde.

00:27:44: Dass wir eigentlich noch nie einen emotional tiefer gehenden Gespräch geführt haben und das sich mir was anderes wünschte.

00:27:48: also Leute kommen manchmal auch mit sich in Berührung und merken da sind doch mehr Bereiche wo sie vielleicht ein bisschen unehrlich mit sich waren oder wo so Dinge sich eingestaut haben Und das sind dann häufig die krasse Umbrüche auch erleben.

00:28:00: Das sind jetzt zwei Extreme und irgendwo dazwischen finden sich die meisten Leute wieder.

00:28:05: Ja, wir haben über Herausforderungen gesprochen.

00:28:07: Ich dachte ich mache noch vielleicht die zweite Hälfte auf zur sozialen Herausforderung.

00:28:10: Genau, da vielleicht noch was... Also was sich an sozialer Herausforderung schon noch spannend fand war wie so fremde Leute auf mich reagiert haben, Menschen die ich gar nicht kannte, vor allem auf der Straße.

00:28:19: Es gab eine Zeit, das habe ich von ja erzählt wo ich einfach optisch nicht so klar einordnend war und aus irgendeinem Grund leute es extrem verunsichert also dass Menschen das kaum aushalten können.

00:28:30: Und ich muss sagen ich hab jetzt halt für mich das Glück, ich bin mit meiner quasi eindeutigen Lesbarkeit sehr glücklich oder zufrieden.

00:28:36: Aber es gibt ja Menschen für die die Wahrheit auch einfach immer so nicht in so einer Binarität liegt, die quasi immer irgendwie, vielleicht auch uneindeutig wahrnehmbar sind gesellschaftlich, die das auch immer bekommen.

00:28:46: Für mich war das nur eine Zeit und eine Transitionsphase wo einfach Menschen auf der Straße nämlich angesprochen haben zum Beispiel fremde Leute und gefragt haben was bist du denn?

00:28:54: Oder beleidigend geworden sind also sehr vulgär und ausfällig weil sie das nicht aushalten konnten, dass die Leute im Bus oder auf der Straße, also die auch einfach mich hätten in Ruhe lassen können.

00:29:05: Das fand ich herausfordernd.

00:29:07: Warum

00:29:07: glaubst du?

00:29:08: Können die Leute das dann nicht aphalten?

00:29:11: Also ich habe es gefühlt, es hat schon auch damit zu tun, dass Menschen selber halt sehr rigide Geschlechterrollen haben und sehr engständige Vorstellungen was richtig ist und was falsch.

00:29:20: Und natürlich stelle ich das so ein bisschen infrage wenn ich existiere, weil ich ja offensichtlich dann nicht jemand spreche.

00:29:26: Also ich glaube einigstens, dass Menschen die sehr unsicher sind.

00:29:29: Weil wenn die eigene Geschlechtsidentität so schnell angreifbar ist durch die alleine meine Existenz wird ich sagen dann gerät er vieles einzwanken.

00:29:36: Ich habe das immer noch häufig als eine kleine Anekdote.

00:29:39: Ich gehe manchmal gerne tanzen oder in die Clubs und es gibt immer so einen Moment morgens wie der Heller wird wo dann wenn ich draußen mal stehe mein frischer Luft schnappe wo dann so betrunkene Männer zu mir kommen und anfangen, mir ihr Leid zu klagen.

00:29:53: Wo die Leute mich sehen und irgendwie sagen okay da ist irgendeine Person... ...die da vielleicht offen ist oder die das vielleicht verstehen könnte?

00:29:59: Oder die irgendwie da vielleicht auch fasziniert davon sind oder so?

00:30:03: Und die dann kommen und erzählen so du also ich bin ja wirklich hundert Prozent hetero und nüchtern würde ich ja niemals.

00:30:08: aber ab dem dritten Bier fange ich an Männern hinterherzuschauen und dann merke ich so oh irgendwie bin ich ja eigentlich doch gar nicht so ganz manchmal heimlich.

00:30:16: Also die dann irgendwie mit ihr ihr Herz auch ausschütten.

00:30:19: Also ich hab das Gefühl, da ist ja einfach viel was Leute unterdrücken und Menschen wie ich lösen es vielleicht in denen aus dass es dann irgendwie hochkommt und wenn sie dann mutig sind weil sie jetzt schon fünf Bier getrunken haben dann finden Sie vielleicht irgendwann mal den Moment oder die Kraft darüber zu sprechen?

00:30:31: Und ich wünsche mir Menschen die genug Zugang zu sich und ihren Gefühlen haben, dass sie das auch nüchtern können und nicht nur bei den fremden Leuten die sie auf einer Party auflesen sondern vielleicht auch bei ihren Freunden.

00:30:43: Also die Leute tun mir total leid, weil ich kann den neuen Menschen ja auch nicht so... Ich kann dazu hören und sagen hey du das ist schon voll okay.

00:30:49: Aber die leben ja dann wenn sie wieder nüchtern sind in der Totalen Auch Unehrlichkeit und Abspaltung auch von dem was Sie halt vielleicht eigentlich gerne würden oder Was ihnen wichtig wäre?

00:30:59: Ich glaube da werden viele Sachen angesprochen die in den Leuten liegen.

00:31:02: also ich weiß dass diese also Negativreaktionen die Menschen haben Die mich gar nicht kennen haben ja nichts überhaupt nicht zu tun Weil die Leute kennen mich nicht.

00:31:08: Das sind immer offenbarungen davon was die Leute selber verunsichert Genau.

00:31:13: Und so ein bisschen als Dritte Hürden, neben meinen Leben und Leute auf der Straße gibt es einfach schon viele strukturelle Hürde also die... Der juristische Weg habe ich ja erzählt ist jetzt deutlich leichter geworden aber das trotzdem noch aufwendig.

00:31:25: Es gibt oft den medizinischen Transitionsweg, das ist sehr kompliziert.

00:31:29: Also man muss irgendwie sehr viele Voraussetzungen erfüllen.

00:31:31: Man muss zum Beispiel für viele Dinge Psychotherapie machen.

00:31:34: Gleichzeitig ist der Zugang zu Psychotherapien aber total schwierig.

00:31:37: Also können sicher viele Menschen meinen Therapieplatz gesucht haben Und es geht ja vielen Transpersonen auch nicht schlecht.

00:31:43: Also viele haben eigentlich gar keinen Therapiebedarf, sondern nur weil das in das System eingeschrieben ist müssen sie dann so eine Art Zwangskontext zu einer Therapie besuchen.

00:31:49: wenn man weiß die Person bei der ich Therapie mache von der bin ich aber abhängig und die muss mir am Ende eine Bestätigung schreiben Dann ist es auch kein freier Therapiekonix als es eigentlich gar nicht optimal für eine Therapie dass es eine Abhängigkeit in die Richtung gibt.

00:32:00: Das ist zum Beispiel eine Sache Man muss Operationen bei den Krankenkassen beantragen Die sind gerade extrem ablehnend.

00:32:07: Das heißt Leute gehen dann, also diese Wege sind super super lang.

00:32:09: Also wir sprechen hier von mehreren Jahren bis Menschen die sich ja aber eigentlich am Anfang da schon sicher sind halt auch medizinische Hilfe bekommen.

00:32:15: und es sind häufig Jahre in denen Leute halt, in denen es dir nicht super gut geht Ja auch Erwachsene selbstbestimmte Menschen.

00:32:21: also wo man eigentlich sagen sollte Die Leute können sich ja auch gerne an entscheidend Skit zu fahren oder sich die Brust vergrößern zu lassen oder so.

00:32:27: Also Leute können ja verschiedene Sachen einfach machen wenn sie das möchten.

00:32:31: Und im Transbereich ist sehr viele so Hürden und ja auch so strukturelle Rausforderungen.

00:32:38: Ja, ich habe das Bild so wirklich fast wie Faltstricke oder auch wirklich Hürden, wenn man so große Mauern stellt von wegen der Wärme.

00:32:47: erst mal gucken kommt da drüber und dann kommt sie wieder drüber.

00:32:49: Also um das alles zu testen, also so hab' ich jetzt in Eindruck, wie du das grad beschreibst.

00:32:57: Man kann sich es vielleicht nicht vorstellen aber ich hatte einen ganzen Ort Man sieht das nicht.

00:33:01: Aber so zehn Zentimeter dick, da sind nur Unterlagen aus meiner Transition drin.

00:33:05: Von meinem Gerichtsprozess von meiner medizinischen Geschichte.

00:33:08: Ich weiß nicht wie viele Leute mittlerweile mich begutachtet haben und natürlich ist am Ende immer das rausgekommen was schon anfangs klar war.

00:33:14: ich bin tatsächlich dran und ich brauche diese Dinge.

00:33:17: aber was ich an Geld und Zeit und Frust investiert habe es ist beeindruckend.

00:33:23: vor allem in der Zeit in der ich aktiv mich um die Sachen gekümmert hab war das wie ein Teilzeitsjob.

00:33:27: Also, es gab Wochen, da habe ich stundenlang mich mit nichts anderem beschäftigt und jetzt nicht mit den Sachen die vielleicht wichtig wären, mit Leuten zu reden und dazu erzählen, wie's mir geht und zu gucken, wie es den Leuten damit geht sondern einfach nur mit bürokratischen Geschichten und medizinischem Anträgen und so also schon ganz schön raumeinnehmend und belastend auch.

00:33:45: Ja, kann ich mir vorstellen... Wo siehst du für dich jetzt Räume, die stärken?

00:33:50: Wo sind Unterstützungsoptionen da?

00:33:52: Du sagst jetzt selber, du bearbeitest in deiner Beratungsstelle gibt ja sicherlich gerade in größeren Städten Angebote und ich würde jetzt gerne hier noch ein bisschen den Scheinwerfer auf die andere Seite wenden.

00:34:05: Was läuft denn schon gut?

00:34:07: Ja, gerne!

00:34:08: Aber nicht hinwenden da auch.

00:34:10: Ich habe mir vorher so ein bisschen geguckt.

00:34:12: also ich wäre vielleicht sonst auch die Zielgruppe von deinem Podcast sein könnte und ich hab gesagt wahrscheinlich hören viele Eltern oder während der Eltern auch den Podcasts und vielleicht könnt dich auch da noch kurz darauf eingehen wenn du möchtest.

00:34:22: Also an Angeboten wird ich sagen, es ist sehr oft große Städte leider beschränkt.

00:34:26: Häufig also in großen Städten gibt's mancher Beratungsstellen sowie eben auch die Beratung der Ich-Arbeite wobei wir mit Abstand die größter in Deutschland sind.

00:34:34: und mittlerweile gerade das kriegen glaube ich viele Leute mit, die im sozialen Kontext in die arbeiten oder medizinisch und es wird extrem viel gekürzt und viele Leute, die quasi meine KollegInnen waren In dem Feld haben auch schon ihre Stellen verloren.

00:34:46: Trotzdem gibts immer noch Angebote also teilweise ehrenamtlich oder wie in meinem Fall auch Hauptamtliche wo Menschen in den Beratungsstellen arbeiten und es ist total wichtig.

00:34:53: Also merkt man vielleicht auch daran, ich habe gerade eine Wartezeit und ich hab mehrere KollegInnen von mehreren Monaten also gerne mal ein zwei drei Monate die Menschen warten um einfach meinen Gespräch darüber zu führen weil der Bedarf eben da ist.

00:35:07: Es gibt im Beratungstellen häufig gibt's auch Selbsthilfe Kontexte sowohl für Menschen die selber dieses Erleben haben als auch für Angehörige manchmal wo man drüber sprechen kann wie was sind da die Gedanken und Sorgen?

00:35:15: Es gibt ein total gutes bundesweites Angebot das ist das Transkindernetz Das ist ein Verein von Eltern, von Transkindeln.

00:35:23: Wo man sich austauschen kann die sich in vielen Städten auch so mehrfach im Jahr treffen und dann kann man immer aus der Perspektive von anderen Eltern sich austäuschen was steht denn gerade an oder was bedrückt uns?

00:35:33: Oder was sind unsere Sorgen oder was sind auch schöne Sachen?

00:35:37: Und da gibt es neben so Selbsthilfe Kontexten die ich wichtig finde aber die ich mittlerweile nicht mehr besuche weil es mich auch einfach stresst immer diese Seite davon zu sehen Auch einfach Freizeit-Kontexte, das finde ich total schön.

00:35:49: Also wenn Menschen sagen irgendwie es ist nett sich da zu vernetzen und zusammen schöne Dinge herzumachen und nicht immer nur über Herausforderungen zu sprechen also so queere Zentren oder Freizeitengruppen, Transfreizeitgruppen Kaffee, Clutch, Stammtisch was auch immer... Das find' ich total Schön!

00:36:06: Also viele Menschen fahren dafür sowas sehr weit weil's häufig eben an großen Städten hängt Genau, aber das finde ich total bereicher und ich fahr zum Beispiel gerne einmal im Jahr.

00:36:15: Ich bin jetzt quasi am oberen Ende der Altersspanne auf so eine Freizeitfahrt wo einfach lauter Transmenschen zusammen wegfahren für ein paar Tage.

00:36:24: Das ist total schön auch mal halt in diese Mehrheitserfahrung zu machen und zu wissen es kann jetzt um dieses Thema gehen, aber häufig geht's an tatsächlich erstaunlich wenig um das Transthema weil es einfach mal die Normalität ist und dann auch alle anderen Dingen geplatzt haben ohne dass immer das direkt irgendwie vielleicht so sichtbar ist.

00:36:40: Und dann sind das zum Beispiel auch diese Beratungsstellen, wo sich jetzt Eltern hinwenden können.

00:36:45: Also gerade jetzt auch diese Intersexualität, der zweiten Begriff den du erklärt hast.

00:36:51: Ja, intergeschlechtlichkeit.

00:36:53: Okay ich bin wirklich hängender noch in diesem... Ich bin ja auch ein bisschen älter, dass es vielleicht des Problems hat sich eher so, ne?

00:36:58: Dass dieser Begriff der Sexualität immer verbunden ist.

00:37:01: aber ich finde das als gerade auch total wichtig, dass dazu trennen.

00:37:04: also finde ich total wertvoll, dass du das auch so nochmal erklärt hasst.

00:37:08: Und in der Geschlechtlichkeit, dass da ja vielleicht Eltern sagen.

00:37:13: Oh!

00:37:14: Das ist jetzt bei meinem Kind festgestellt worden.

00:37:16: was mache ich denn damit?

00:37:17: Wie gehe ich jetzt selber damit um das sich da gerne Eltern halt vor allen Dingen auch an Berat umstellen wenden, dass sie nicht einfach nur in diesem medizinischen Thema im Kontext bleiben.

00:37:27: oder was können wir jetzt ändern weil das jetzt oft gerade Eltern begegnet mir und dann wird ein Kind geboren.

00:37:36: Ich sage jetzt mal ein Anführungszeichen, ihr seht hier kein Video normal.

00:37:40: Okay da ist was nicht normal und wo können wir jetzt etwas ins Normale bringen?

00:37:44: Und wäre wahrscheinlich gerade dieser Beratungskontext total wertvoll dass das eine Variante von Normales.

00:37:51: Von auch ne gesunde Variante.

00:37:52: also ich glaube was ich vor allem Eltern mitgeben möchte von Interkindern, was sich auch in der Beratungen mache es, dass man sich Zeit lassen kann.

00:38:00: Also häufig wird man im medizinischen Kontext fühlen viele Menschen berichten sie sich eher gedrängt gestresst und tatsächlich, es gibt zwei Fälle in denen man quasi direkt reagieren muss.

00:38:10: Also wenn ein Kind geboren wird und es gibt Organe die eigentlich im Körper sein sollten ja aber außerhalb des Körpers sind das ist ein Moment wo man mit einer irgendwie operativ reagieren müsste Und Urin braucht irgendeinen Weg den Körper zu verlassen.

00:38:21: Das heißt wenn die Genitalien auf irgendeine Art nicht ermöglichen dann müsste man auch da reagieren.

00:38:26: Tatsächlich in allen anderen Fällen gibt es aber keinen Grund einen Säugling zu operieren.

00:38:30: Es gibt also es gibt einfach kein Grund.

00:38:33: Es gibt keine Eile gucken und wir sagen immer auch mit allen Dingen so lange zu warten, bis das Kind dann eben auch selbstbestimmt mitsprechen kann oder irgendwie auch eine Gefühle dazu haben kann.

00:38:42: Eine Magen dazu haben können.

00:38:44: Und lieber das Kind zu stärken und sich da nicht verunsichern lassen.

00:38:48: Wir als Beratungsstelle können natürlich auch vernetzen.

00:38:51: Es gibt eben Organisationen von Interpersonen, auch von Menschen die erwachsen gebrochen sind und dazusprechen Viele Stimmen von Interpersonen, die als Kind die Erfahrung gemacht haben oder als Zeuglinge, dass sie operiert wurden, haben das halt immer sehr fremdbestimmt und belastend erlebt.

00:39:03: Und würden sich jetzt im Nachhinein wünschen man hätte sie einfach gelassen und sie da auch in die Freiheit gelassen selber rauszufinden was sie brauchen und was sich für sie richtig anfühlt und nicht davor entschieden auch aus einer medizinischen Unnotwendigkeit.

00:39:18: Das erleben viele Menschen auch rückblickend als gewaltvoll Und das machen die Eltern ja nicht aus Borushaftigkeit oder so, sondern das machen Eltern.

00:39:25: Die wollen natürlich das Beste für ihr Kind.

00:39:27: Das machen Eltern häufig als Unsicherheit und natürlich haben viele Ärzte ihnen auch einfach eine starke Autorität.

00:39:32: Wenn ne ärztliche Person da in die Empfehlung ausspricht, verständigt es Eltern, die da unsicher sind und die das Biste für ihr kind wollen mitgehen.

00:39:39: Und tatsächlich, die Operationen an Interkindern sind mittlerweile aber erst seit wenigen Jahren verboten in Deutschland.

00:39:44: also da Korrektive ästhetische Eingriffe... Faktisch hat sich tatsächlich aber an der Realität nicht so viel verändert.

00:39:51: Jetzt gibt es einfach andere Diagnosen, die halt gestellt werden und dann werden trotzdem viele Eingriffe vorgenommen.

00:39:56: Das heißt das war zwar politisch eine gute Entscheidung also ich finde auch eine wichtige zu sagen ist unnötig und es ist auch nicht gut für die Kinder.

00:40:03: in der medizinischen Realität ist noch ein bisschen uneindeutig wie sich das jetzt aber auf die Zahlen von UPS und so auswirkt oder ob halt einfach anders diagnostiziert wird und dann kann man eben trotzdem Eingriff bevornehmen.

00:40:14: Aber genau wenn Eltern in Interkind auf die Welt bringen dann einfach erstmal freuen und das Kind sein lassen, sich Unterstützung suchen, dass man sich nicht so alleine fühlt.

00:40:21: Dann kann man eben mit anderen Eltern vernetzen, die das auch kennen... Und ich glaube schon ein bisschen so ähnlich ist es ja auch wenn älteren Transkinder haben.

00:40:28: Also oft kommen bei mir Ältern in die Beratungsstelle.

00:40:30: Die Kinder sind vielleicht zwei drei Jahre alt und haben eben einen Trans erleben.

00:40:34: Auch das ist was da kann man sich erst mal Zeit lassen.

00:40:37: Da gibt's den Kind zuhören, dem Kind Glauben schenken und auch auf Wünsche des Kindes eingehen.

00:40:42: aber man kann da nichts falsch machen außer dass das Kind erlebt wo ich werde ernst genommen in meinen Bedürfnissen.

00:40:48: Also das ist quasi, selbst wenn das Kind irgendwann sagen sollte, dass war jetzt nicht so stimmig oder ich habe da noch mal was anderes festgestellt, dann hat man ein Kind... Dann hat es die Erfahrung gemacht meine Eltern unterstützen mich und glauben mir und wenn mir etwas wichtig ist, dann ist es denen auch wichtig.

00:41:00: also dass da so ein offenes Annehmen des und akzeptieren das gegenüber dem Kind zu haben, das ist in allen Fällen hilfreich.

00:41:08: ja

00:41:10: Ja, da gehen wir jetzt gerade schon den Bereich über, den ich noch kurz ansprechen möchte.

00:41:13: Was brauchen generell Transpersonen, ja, queere Menschen gesellschaftlich.

00:41:20: Also was womit würdet ich sage jetzt mal hier?

00:41:22: Weil ich Klazis zugeordnet bin und geschlechtlich liebend oder keine Ahnung.

00:41:33: Aber ich bin halt die verheiratete Mutti vom Dorf.

00:41:39: Gegenteil nicht im Sinne, weil ich finde... Ich würde mich jetzt auch am liebsten einfach als Quirbe zeichnen.

00:41:43: Weil ich genau diese Offenheit habe.

00:41:45: also ich finde jeder darf Lieben sehen er mag ob Sarah liebt.

00:41:49: Also ich finde das ist irgendwie so dass wir uns allen mit Liebe begegnet finde ich halt viel viel viel wichtiger Als irgendwelche Schubladen aufzumachen.

00:41:58: und Genau ich möchte dich da noch wichtig fragen was braucht es aus deiner Sicht?

00:42:02: Dass

00:42:03: sich alle damit Wohler fühlen oder wohlfühlen?

00:42:07: Ich glaube, natürlich mit Akzeptanz und Offenheit sehr viel getan.

00:42:12: Also sich darauf einzulassen dass nur weil man eine Realität vielleicht selber nicht hat oder weil man die nicht sofort versteht das sie nicht falsch oder schlimm sein muss sondern dass es einfach eine andere Art ist in der Welt zu erleben oder irgendwie zu sein.

00:42:24: ich glaube das ist total wichtig wenn man sagt es muss nicht alles genauso sein wie ich das für richtig halte oder wie ich es halt kenne.

00:42:31: Ich finde es total wichtig Menschen zuzuhören, die dieses Erleben auch machen.

00:42:34: Also wie trans Kindern zuzohören, trans Menschen zuzuhören, Interrealitäten anzuhören... Vielleicht viele Menschen, die man kennt auch mal zu fragen was ist denn dir wichtig?

00:42:42: oder was brauchst du denn gerade?

00:42:44: Wie geht's dir grade?

00:42:45: Deshalb find ich es auch so schön dass wir grad reden also irgendwie über den Tellerrand rauszuschauen und zu gucken was ist dann da noch so da?

00:42:53: Und häufig merke ich das Menschen mit mir auch vieler Gemeinsamkeiten finden.

00:42:56: Ich bin ja nicht in allen Belangen anders als andere Leute sondern ganz viel verbindet uns ja auch.

00:43:00: Eigentlich finde ich die Gespräche am schönsten, wo wir auch das Verbindende finden.

00:43:05: Und ich glaube natürlich gesamtgesellschaftlich, wenn ich gerade überlege was mir gerade Angst macht dann machen mich gerade halt die Sozialpolitik total viel Angst.

00:43:11: Wir machen Kürzungen und Angst nicht nur weil es um meine Stelle geht sondern weil ich an die ganzen Leute denke, die das halt auch brauchen also die so eine Beratung brauchen, an die Leute die zu uns kommen, die da gestärkt rausgehen oder vielleicht in der großen Unsicherheit kommen mit einer Sicherheit rausgeben können und mehr Ruhe und mit einer Bestätigung dass sie nicht falsch sind und dass ihre Kinder nicht falsch.

00:43:31: Also genau mich verunsichert, wenn Gelder gekürzt werden.

00:43:34: Wenn gesagt wird es ist nicht wichtig oder das ist doch schon alles in Ordnung und dann denke ich mir so, dass es nicht alles in ordnung war.

00:43:38: Es ist immer noch herausfordernd.

00:43:39: Gibt zum Beispiel auch immer noch ja, wenn ich jetzt an andere viele Leute denke z.B.

00:43:42: lesbische Paare die ihre eigenen Kinder adoptieren müssen weil es halt immer noch keine gescheite Gesetzgebung gibt, dass lesbischen Paare auch Eltern von ihren Kindern sind sondern dass immer eine Stiefkindadoption durchgeführt werden muss.

00:43:52: Wir sind da einfach wir sind überhaupt nicht gleichgestellt gesetzlich.

00:43:54: Das ist leider nicht so und ich glaube das wird manchmal aber fälschlicherweise angenommen Und da wünsche ich mir, dass es halt gesamtgesellschaftlich ja uns als Menschen wahrnehmen und auch als gleichwertige Menschen.

00:44:06: Das ist erst jetzt ein Grundding aber das würde schon sehr viel besser machen.

00:44:11: Absolut!

00:44:12: Ich würde mich freuen wenn du mich noch versorgst mit einfach allen möglichen Adressen und Tipps vielleicht von Literatur oder was auch immer, was wir in die Show maus packen können.

00:44:23: also das wäre gigantisch wenn man dann etwas

00:44:25: haben

00:44:26: was dann Eltern nachlesen können, interessierte Menschen nachlesenkönnen.

00:44:29: Vielleicht auch Homepages oder so eine, wo man sagt hier du sagst das Eingangs auch dass es da auch manchmal viele Informationen im Netz und soweit ergibt nur, dass da gerne vielleicht Homepagies erwähnt werden.

00:44:39: Nur du sagts hier das hat alles Hand und Fuß.

00:44:41: Ich würde dir gern nochmal das Wort übergeben, dass du einfach abschließend noch mal sagen kannst was du dir wünschst für queere Menschen, die Community wenn man das so möchte Und was du noch raus geben möchtest.

00:44:52: zu abschliessend

00:44:54: Also wenn Menschen das jetzt gerade hören oder wenn du das gerade hörst und noch Fragen hast, wo du irgendwas nicht verstehst dann finde ich es voll schön.

00:45:01: Wenn du dich stellst... Ich halte sehr viel von Dialog und sich gegenseitig verstehen.

00:45:08: Ich wünsche mir vor, wenn ich so an meinen Kindern zurückdenke würde ich mir vorwünschen dass die Gesellschaft sich in der Richtung bewegt, wo Leute einfach sein können und als erste Erfahrung dieses Gefühl bekommen, dass sie irgendwie anders sind.

00:45:19: Oder dass irgendwas mit ihnen nicht stimmt.

00:45:21: Und ich glaube wir können das schaffen uns als Menschen einfach erst mal sein lassen, so sein lassen wie wir sind und uns wertschätzen begegnen.

00:45:28: Und das wünsche ich mir auch quasi auch in Verantwortung für meine Kinder.

00:45:31: Ich glaube manchmal erlebe ich jetzt auch und es berührt mich total einfach Kinder und Familien die zu uns in die Beratungsstelle kommen wo einfach alles stimmt also wo Leute einfach unterstützend sind und wo die Umfelder akzeptieren reagieren und ich bin so dankbar.

00:45:42: und es sind auch häufig Momente wo ich krass gerührt rausgehe wo ich denke oh es kann auch okay sein wenn umfelde unterstützen sind dann geht's den menschen so viel besser.

00:45:49: So kann es sein und so darf es immer mehr sein.

00:45:51: Das

00:45:51: ist auch ein, finde ich total schönes Schlusswort, ne?

00:45:57: Dass wir uns... Und vielleicht auch nochmal um da auf eine andere Ebene zu gehen.

00:46:01: Uns nicht nur im Bereich der Geschlechtlichkeit oder was auch immer, uns erstmal ganz offen begegnen dürfen und schauen dürfen.

00:46:10: Wer bist du?

00:46:12: Was interessiert dich?

00:46:13: Wo sind unsere Gemeinsamkeiten?

00:46:14: Das hast du vorhin so schön gesagt!

00:46:17: Um dann irgendwie uns auf Augenhöhe wertschätzend und liebevollzubegegenen

00:46:23: Und vielleicht wirklich noch mein Schluss zu haben.

00:46:25: Ich glaube, ich finde eine der schönsten Eigenschaften die Menschen haben können und ich glaube das ist auch eine Sache warum ich manchmal Männer so irritiere, ist so sanft halt.

00:46:31: Ich find es einfach total schöne Menschen so sanf miteinander umgehen und sanft aufeinander zu gehen und es ist möglich und dann kann man sich auch begegnen oder stößt man nicht an.

00:46:42: Ja, schön!

00:46:43: Ich danke dir Emil von Herzen.

00:46:45: Danke dass ihr Zeit genommen hast.

00:46:48: Vielen Dank auch dir da draußen, die du zugehört hast oder der du zugehört hast.

00:46:52: Ich hoffe dass ganz viele neugierig sind und diese Offenheit und diese Herzlichkeit und die Sanftheit, die vielleicht jetzt hier in dem Gespräch waren, auch gespürt haben.

00:47:00: Und ja ich sage jetzt auf Wiederhören

00:47:05: und du

00:47:06: möchtest es vielleicht

00:47:07: auch nochmal tausagen?

00:47:09: Ja von mir auch alles

00:47:10: Gute und tschüss!

00:47:21: Danke dir

00:47:22: nun fürs Lauschen

00:47:27: dass sich

00:47:28: dein Herz ein bisschen geöffnet hat und du nun vielleicht mit Neugier, Offenheit und Verständnis in deinem Leben Transperson begegnen wirst.

00:47:42: Und ich war mit Emil übereingekommen das wenn jetzt noch viele Fragen offen sind die ganz gerne an mich gerichtet werden können.

00:47:52: Du findest meinen Kontakt in den Schornots.

00:47:55: Diese Fragen kann ich dann an E-Mail weiterleiten und Antworten zukommen lassen.

00:48:01: oder aber wir machen noch eine zweite Podcast Episode zu diesem Thema.

00:48:06: Natürlich kann man auch vieles im Internet nachlesen, aber es ist einfach aus meiner Sicht so bereichernd mit einem Menschen zu sprechen der seine eigene Geschichte hat, der ganz viele Geschichten anderer Menschen kennt damit Wissen und Erfahrungen vereint.

00:48:27: Und wenn du jetzt diese Episode für dich bereichernd fandest, sie vielleicht auch für andere Menschen interessant sein könnten, dann teile die Folge doch gerne in deinen sozialen Medien oder schickst Sie an Freunde weiter!

00:48:41: Wenn du uns unterstützen möchtest in unserem Tun Hinterlasst gerne eine fünf Sterne Bewertung auf der du diesen Podcast hörst.

00:48:57: Und ich freue mich über jede einzelnen Nachricht, die mich erreicht was diese Episode mit dir gemacht hat und dass du sie gehört hast!

00:49:06: Jetzt wünsche ich dir wirklich nochmal von Herzen alles Liebe.

00:49:12: Ich bin dir dankbar für dein Interesse und ich hoffe das auch du gerne für mehr Frieden und für mehr Offenheit raus in die Welt gehst.

00:49:25: Liebe zu dir, liebe nach draußen bis zum nächsten Mal!

Über diesen Podcast

Mein Herzenswunsch ist es, Mamas darin zu unterstützen in Ihre Kraft zu kommen.

….wenn Du aktuell schwanger oder
gerade frisch Mama geworden bist oder
aber auch, wenn Du schon seit Jahren die Freuden, Hochs und Tiefs des Mamaseins erlebst, ist mein Podcast goldrichtig für Dich.

Ich zeige Dir Wege auf,
... wie Du im Moment und bei Dir ankommen kannst
... wie Du gestärkt und selbstbewusst bist
... Deine Wünsche und Ziele erkennst
... Dich kennenlernst und somit selbstsicher Deinen Weg der Mutterschaft gehen kannst.

Ich gebe Dir Impulse, wie Du entspannter im Alltagstrouble bleiben kannst...
wie Du dich körperlich und geistig stärkst...
und welche Elemente Du in Deinen Tag einbauen kannst, um Deiner Gesundheit und Deinem Wohlbefinden etwas Gutes zu tun.

Der Name ist Programm. Es geht um Dein Herz, Dein Baby und Eure gemeinsame Verbindung.

von und mit Kristina Daum

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